Gedanken | Slow Fashion

Slow Fashion // Ein Jahr ohne geakufte Kleidung (365-Tage-Challenge 2018)

19. Januar 2018

Ich laufe durch die Stadt, überall um mich herum die neusten Trends. Wunderschön in Szene gesetzt. Die Schaufenster top gestyled, nur um mich in das nächstbeste Geschäft zu locken. Kaufen! Möglichst viel, möglichst günstig, möglichst oft. “Ist das richtig”, frage ich mich. Meist sind die Augen dann aber doch größer als der Verstand und das günstige “Trendteil” landet in meinem Kleiderschrank. Dort verweilt es nun entweder einmal getragen oder sogar mit Etikett. Wartend auf den Moment getragen zu werden. Vielleicht kommt dieser Moment nie. Es wäre nicht das erste Teil, dass sein trauriges Dasein in meinem Schrank fristet und dann doch wieder aussortiert wird oder in den unendlichen Weiten des Schrankes verschwindet.

“Unnötige Einkäufe? Das muss aufhören!”

In letzter Zeit frage ich mich häufig vor einem Kauf: Brauche ich das, habe ich so etwas nicht schon? Oft hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen nach dem Kauf. Musste das jetzt sein? War ich im Laden noch total überzeugt und happy über meine Errungenschaft, so plagten mich häufig wirklich diese Gewissensbisse.

Ich bin kein Typ für Neujahrsvorsätze. Ich halte sie ja meist doch nicht ein. Und wenn überhaupt, kann man nicht das ganze Jahr über gute Vorsätze haben? Vor einigen Tagen fasste ich den spontanen Entschluss: Ich will ein ganzes Jahr auf gekaufte Kleidung verzichten. Inspiriert durch den Blogbeitrag von Desirée von Two and a half seams, die ebenfalls das gesamte letzte Jahr auf gekaufte Kleidung verzichtet hat. Das war der letzte Anstoß, den ich gebraucht habe, um mich der Herausforderung zu stellen. Den Beitrag von ihr, könnt ihr übrigens hier lesen.



“Also gut legen wir los!”

Der Entschluss steht also, aber wie geht man das Ganze an? Klingt zunächst ja ganz einfach, aber für einen Fashion-Junkie und Schnäppchen-Käuferin wie mich ist das schon eine Mammut-Aufgabe. Trotzdem war es eine Entscheidung, die für mich schon längst überfällig gewesen ist. Schließlich komme ich aus der Modebranche, speziell dem Handwerk, und sollte als gutes Beispiel voran gehen. Das bin ich mir und all’ meinen Kollegen schuldig. Wir sollten uns mehr für Nachhaltigkeit in der Mode interessieren und auch akut etwas gegen den Massenkonsum unternehmen. Das Tolle ist, nach meinem letzen Instagram Post, habe ich erfahren, wieviele doch tatsächlich sich dem Jahr ohne gekaufte Kleidung stellen wollen. Das macht mich wirklich glücklich. Alleine, denkt man immer, kann man nicht viel ausrichten, aber wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir sicher viele Menschen zum Umdenken oder reflektierten Einkaufen bewegen und das ist großartig. Die liebe Lisa von Mein Feenstaub, hat ebenfalls eine große Mitmachaktion gestartet. Unter dem Hashtag #2018DIYdontBuy auf Instagram, kann jeder seine Erfahrung zu diesem Thema mit anderen teilen. Ihren Beitrag zu diesem Thema, könnt ihr hier lesen.

Was für mich von großem Vorteil ist, ich kann selber nähen. Warum also nicht Dinge, die man braucht selber machen? Liegt ja total nah, mache ich tatsächlich aber viel zu selten. So kann ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Und es geht hier endlich wieder mehr um den eigentlichen Ursprung des Blogs: dem Nähen.
Zugegeben, einige Sachen werde ich mir doch kaufen, wenn ich sie tatsächlich brauche wie

  • Unterwäsche
  • Socken/Strumpfhosen
  • Schuhe

Ich denke aber, das sind vertretbare Dinge, die man sich auch nicht allzu oft neu kauft bzw. kaufen muss.


“Was tun, wenn ich nicht nähen kann?”

Auch für diejenigen gibt es eine Menge Alternativen wie zum Beispiel Secondhand-Läden, Flohmärkte, Kleiderkreisel, Tauschpartys … Die Liste ist unendlich lang. Werdet kreativ! Wieso nicht zum Beispiel mit den besten Freundinnen eine kleine private Tauschparty veranstalten? Kostet nichts, macht Spaß und man tut gleichzeitig etwas Gutes. Es sind die kleinen Dinge, die jeder von uns tun kann, die zu einem großen Ganzen werden.

Und jetzt seid ihr dran! Habt ihr ebenfalls schon mal eine Zeit ohne gekaufte Kleidung probiert oder wagt euch ebenfalls zum ersten Mal an diese Erfahrung heran? Was haltet ihr allgemein von den Themen Fast oder Slow Fashion?

Ich freue mich über den Austausch mit euch und wenn ihr mich dieses Jahr begleitet. Ich werde euch regelmäßige Updates hier auf dem Blog oder auch auf Instagram geben.

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